Eine Wanderung mit Hindernissen und verlorenen Sohlen….

 

 

Samstag, 15. Juni... Wetter angenehm... ich will mit dem Zug nach Unterbarmen und stehe in Vohwinkel vor der Ansage, dass kein Zug fährt..... eine Störung in der Oberleitung oder was auch immer....

Na, das fängt ja schon gut an!  Mein Zug wäre in gut 10 Minuten in Unterbarmen...ob die Wanderer wohl warten ?

 

Kurzentschlossen bitte ich meine Frau - die auch nach gefühlten Stunden am Bahnhof eintrifft  (in Wirklichkeit waren es natürlich nur wenige Minuten....) -  mich mit dem Auto nach Unterbarmen zu fahren. Ca. 25 Minuten verspätet, sind wir am Unterbarmer Bahnhof wo geduldig meine kleine Wandergruppe wartet ! Na, das fängt ja dann doch noch  gut an !

 

23 km liegen vor uns... nach ca 1 km klagt eine Wanderin , dass ihre Schuhsohle sich fast völlig gelöst habe.... aber sie will weiter wandern !

 

Nach weiteren 3 km kommt von ihr die Ansage, dass sich nun auch die zweite Sohle gelöst hat - 500 m später sind beide Sohlen gänzlich weg und sie läuft nur noch auf den Brandsohlen.... aber keinerlei Einwand und Empfehlung meinerseits läßt sie aufhören - sie will mit ! Nun gut - dann aber auf eigene Verantwortung ! Wir halten unser durchaus nicht langsames Tempo gut bei - unsere Wanderin hält tapfer mit - das muss man ihr durchaus zugute halten !

 

Unsere Mittagspause verbringen wir nach ca. 10 km auf dem „Reiterhof  Werbsiepen“.

 

„Chef“  Alfred erlaubt uns, seine draußen stehenden Stühle zu nutzen. Beiläufig erwähnen wir das Missgeschick unserer tapferen Wanderin. Für ihn ist das kein Problem ! Er ist auch Täschner  und fertigt und verkauft Taschen, Portmonees und andere Lederprodukte.

 

Er bietet eine Notreparatur an, und stellt  innerhalb einer halben Stunde aus stabilem Leder und Kabelbindern  zwei wunderbare Laufsohlen her, die unserer Wanderin eine sicher nicht gerade ideale, aber doch einigermaßen machbare Weiterwanderung ermöglichen. 

 

Unverdrossen schafft sie nun die restlichen 13 km bis Schwelm ; und ich überlege nun aufgrund dieser Erfahrung, ob ich vielleicht mal eine Barfußwanderung anbieten sollte

 

 

Jürgen Müller